Kerstin meint:
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Zu Risiken und Nebenwirkungen
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Neulich auf der Arbeit
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Öko-Rating - Was ist das und was hat das mit Tierversuchen zu tun?
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Unsere Forderungen
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Literatur




Noch etwas!





Kerstin meint:
"Ich kaufe auch nur Produkte ohne Tierversuche"


Es geschah in einem Einkaufszentrum in Kassel: Monika (engagierte Tierschützerin) ging mit ihrer Freundin Kerstin durch ein Einkaufszentrum. Kerstin kannte Monikas Engagement beim Tierschutz und wusste, dass Monika nur Kosmetik ohne Tierversuche kauft und verwendet. Kerstin blieb auf einmal vor einem Kosmetikladen stehen und berichtete stolz, dass sie ja auch tierversuchsfreie Kosmetik kauft, nämlich in dem Laden vor dem sie standen. Der Laden hieß "Applewoods". Monika beguckte erst einmal das Schaufenster, in dem nichts darauf hinwies, dass der Laden tierversuchsfreie Kosmetik verkauft. Sie guckte sich den Laden von innen an und fand ebenso keinen Hinweis, außer dass dort "natürliche Produkte" verkauft wurden. Kerstin nahm sich einen Katalog mit nach Hause, der dort auslag.

Monika teilte ihr mit, dass sie daran zweifelt, dass dieser Laden tierversuchsfreie Kosmetik verkauft. Zu Hause blätterten beide in dem Katalog und endlich fanden sie einen Hinweis! Ganz hinten auf der letzten Seite stand: "Wir sind gegen Tierversuche"

Das ist zwar schön und gut, aber es besagt niemals, dass dort tierversuchsfreie Produkte angeboten werden. Es sollte jeder wirklich genau darauf achten wo er tierversuchsfreie Produkte kauft, denn hinter vielen Läden entdeckt man "schwarze Schafe".




Zu Risiken und Nebenwirkungen

Seit Stunden fühle ich mich elend. Der Magen krampft oder ist es der Darm oder sind es beide? Mir wird immer übler. Magen und Darm entleeren sich unregelmäßig, aber auch unwiderstehlich in verschiedene Richtungen. Die Abstände der Toilettengänge werden immer kürzer. Mal gibt der Darm den Ton an, mal der Magen. Meine Sorge: bitte nicht beide auf einmal!

So geht es nicht weiter: eine Intervallpause nutze ich für einen Arztbesuch. Brechend voll! Das schlägt zusätzlich auf den Magen-Darm-Trakt.

Endlich! Nach nur drei Stunden Wartezeit werde ich vorgelassen. Die eingehende Beratung dauert über eine Minute, dann halte ich die Rettung in der Hand: ein Rezept für Stelabid-Dragees. Gleich nebenan ist die Apotheke. Geschafft! Ich reiße die Packung auf und greife zum ersten Dragee. Da fällt mir der "Beipackzettel" in die Hand. "Vor Gebrauch aufmerksam lesen", befiehlt er. Widerwillig folge und lese ich:

Gegenanzeigen: Nicht anwenden bei Engwinkelglaukom, akuten Lungenödem, Jodüberempfindlichkeit, dekompensierter Herzinsuffizienz…
Eher verunsichert wende ich mich dem nächsten Stichwort zu: Nebenwirkungen. Als Folge der Einnahme schließt man Mundtrockenheit, Hautrötungen, psychische Störungen, Überempfindlichkeitsreaktionen und in seltenen Fällen Schock nicht aus.

Mir bricht der kalte Schweiß aus. Allenfalls nur noch im Unterbewusstsein begegnet mir das letzte Stichwort: Wechselwirkungen mit anderen Mitteln. Bei gleichzeitiger Anwendung von z.B. Amantadin, bei Antihypertonika, bei zentraldämpfenden Pharmaka usw. kann die Wirkung des Medikamentes verstärkt, vermindert oder abgeschwächt werden.
Völlig verunsichert halte ich immer noch das erste, fast schon geschmolzene Dragee in der Hand. Rein oder nicht rein, das ist hier die Frage. Fast habe ich den Eindruck, dass der Druck im Magen wie im Darm nachlässt. Tatsächlich, es geht mir offenbar wieder etwas besser; die Dragees verschwinden einschließlich Beipackzettel in meiner Hosentasche. Gott-sei-Dank, die Gefahren der Gegen-, Neben- und Wechselwirkungen sind gebannt. Der Tausch einer Krankheit gegen eventuell sechs andere konnte verhindert werden.




Neulich auf der Arbeit

…da fragte ich einen unserer Auszubildenden: "Na, wie geht's Dir denn so?"
Der junge Mann antwortete: "Ach, es geht so." "Wie, es geht so? Was hast Du denn?" fragte ich zurück. Der 20-jährige Alex antwortete mir: "Ach, schon nicht mehr so schlimm. Seit 3 Wochen habe ich Schulterschmerzen. Meine Mutter gibt mir morgens gegen die Schmerzen immer eine halbe Antibiotika. Ich denke, demnächst wird es besser werden, sonst muss ich vielleicht doch mal zum Arzt gehen."

Ich habe mich mit einer Antwort zurückgehalten, nur vorsichtig angedeutet, dass es bestimmt nicht so gut sei, so ohne weiteres jeden Tag Antibiotika zu schlucken, ohne zu wissen, ob es wirklich gegen diese Art von Schmerzen hilft.
Wie hättest Du reagiert?




ÖKO - RATING

Was ist das und was hat das mit Tierversuchen zu tun?

Öko-Ratings sind Ranglisten mit Bewertungen von Unternehmen im Hinblick auf ihre Engagement im Umweltschutz. Für die Bewertungen begutachten Umweltexperten die ökologisch wichtigen Daten einer Firma, nämlich Produkte und Produktionsverfahren, Qualität des Umweltmanagements und den Energieverbrauch.

Öko-Ratings werden durchgeführt von unabhängigen Rating-Agenturen, z.B. von Oekom Research München, Institut für Markt-Umwelt-Gesellschaft Hannover, Hamburger Umweltinstitut e.V.

Bei der Beurteilung spielen auch Ausschlusskriterien eine Rolle. Engagement in der Rüstungsproduktion, der Atomindustrie, bei Suchtmitteln und Tierversuchen! disqualifizieren das Unternehmen. Weiterhin wird häufig auch das Engagement für Menschenrechte und Soziales bewertet.

Sobald alle Daten ausgewertet sind erhalten die Firmen eine Note, die über ihr ökologisches Handeln Aufschluss gibt. Das Ergebnis ist ein so genanntes Ranking:


Eine Rangliste, aus der hervorgeht, welchen Platz die Unternehmen in Sachen Umweltschutz belegen.

Öko-Rating ist ein Mittel, um Unternehmen zu mehr Umweltschutz zu bewegen. Ein Beispiel:
Der Kosmetik-Hersteller "The Body Shop" hat sehr sensibel reagiert, als 1994 seine lasche Regelung zu Tierversuchen kritisiert worden ist. Das Unternehmen verschärfte daraufhin seine Produktionsbedingungen. Ergebnis war, dass nur noch Zutaten verwendet werden dürfen, die nach 1990 nicht zu kosmetischen Zwecken an Tieren getestet wurden.

Damit erreicht diese Firma noch nicht die Anforderungen der Positivliste des Deutschen Tierschutzbundes, immerhin ist es aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Öko-Ratings können also durchaus als ein weiterer Weg für eine Abschaffung von Tierversuchen angesehen werden.

(Auszüge aus Ökonomy, das Öko-Test Magazin für Wirtschaft und Umwelt - Sept. 1999)




Forderungen des Hamburger Arbeitskreis gegen Tierversuche:


Kauft niemals an Tieren getestete Produkte!


Wir vom Hamburger Arbeitskreis gegen Tierversuche fordern ein Verbot von Tierversuchen, insbesondere:

- beim Vorbeugen, Erkennen oder Behandeln von Krankheiten
- beim Erkennen von Umweltgefährdungen
- beim Prüfen von Stoffen oder Produkten
- bei der Grundlagenforschung
- in der militärischen Forschung
- bei der Entwicklung von Tabakerzeugnissen, Waschmitteln und
dekorativer Kosmetik
- in der Bildung

Stattdessen fordern wir eine beschleunigte Entwicklung, Erweiterung, Anerkennung und Anwendung von Ersatzmethoden. Dort, wo Tierversuche zur Risikoabschätzung gesetzlich direkt oder indirekt vorgeschrieben sind, müssen die Gesetze geändert und Verfahren ohne Tierversuche vorgeschrieben werden.

Außerdem fordern wir:

- einen gesetzlich garantierten freien Zugang zu Erkenntnissen des
Verbraucherschutzes und der medizinischen Forschung, um identische
Testreihen zu vermeiden.
- ein Europäisches Tierschutzgesetz mit dem Verbot von Tierversuchen in
ganz Europa.
- eine gesetzliche Verpflichtung zur Zusammenarbeit von Forschern bei der
Bekämpfung von Krankheiten.




Literaturliste (Eine kleine Auswahl)

Rambeck, Bernhard u.a.
"Tierversuche müssen abgeschafft werden"
Neuauflage 4/97 Echo Verlag, Göttingen, ISBN 3-92 69 14-30-0

Sanwald,Imme
"Mißbrauchte Tiere: Fragwürdige Tierversuche"
Aktion Ameise 1987, Schneider Verlag, München

Rambeck,Bernhard
"Mythos Tierversuch" - Eine wissenschaftskritische Untersuchung.
3. Aufl. November 1990, Zweitausendeins, Frankfurt

Rieg,Timo u.a./Bundesverband SATIS e.V. (Hrsg)
"Über Leichen zum Examen?: Tierversuche im Studium"
1. Auflage 1993, Timona Verlag, Bochum

Idel, Anita
"Gentechnik und Tierschutz"
Echo Verlag Göttingen 1990

Kracht, Olaf (Hrsg.)
"Sterben für die Forschung"
Begleitbuch zur RTL Serie "Explosiv - Der heiße Stuhl" 1993, Edition Harmsen, Heidelberg

Langbein, Kurt u.a.
"Gesunde Geschäfte - Die Praktiken der Pharma-Industrie"
Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 1981

Walden,Sina/Bulla,Gisela
"Endzeit für Tiere - Aufruf zu ihrer Befreiung" (ein Kapitel über Tierversuche)
Rowohlt Verlag, Reinbek 1984

Wollschläger, Hans
"Tiere sehen dich an oder das Potential Mengele"
Essay zum Thema "Ärzteschaft - Pharmawirtschaft - Tierversuche"
1996, ISBN 3-7760-1529-2

Langbein, Kurt u.a.
"Bittere Pillen - Nutzen und Risiken der Arzneimittel"
Verlag Kiepenheuer & Witsch 2002, ISBN 3-462-03081-7

Kaplan, Helmut
"Tiere haben Rechte"
Harald Fischer Verlag

Video über tierversuchsfreie Verfahren in der studentischen Ausbildung
(EUR 5,50), VHS Video, 33 Min, zu beziehen über Menschen für Tierrechte e.V.
Roermonder Str. 4a, 52072 Aachen